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Feine Bude / Wohnen
Zu gut fr die Tonne 950x500 7 einfache Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
© Andrey Popov/stock.adobe.com

7 einfache Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Waren die Augen wieder größer als der Magen? Schade um das gute Essen! In Deutschland werden aktuell etwa zwölf Millionen Tonnen Nahrungsmittel jedes Jahr weggeworfen. Und das meiste davon tatsächlich in privaten Haushalten. Dabei gibt es ganz einfache Methoden, wie Sie Lebensmittelverschwendung vermeiden können. Lesen Sie weiter für nützliche Tipps und hilfreiche Links.

Lebensmittel brauchen mehr Wertschätzung

Nicht nur, weil die Lebenshaltungskosten steigen, ist es ratsam, sorgsam mit Nahrungsmitteln umzugehen. Denn Lebensmittelverschwendung bedeutet auch gleichzeitig eine Vergeudung einzelner Ressourcen: Wasser, Land, Arbeitskraft, Energie und Transport stecken in jedem einzelnen Lebensmittel. Und das von der Erbse bis zum Rindersteak. In Fleischprodukten sogar noch mehr als in Obst oder Gemüse. Schließlich benötigt auch die Herstellung des Futters für die Tiere wertvolle Rohstoffe. 

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Harte Fakten:

Statistisch gesehen werfen wir alle Lebensmittel weg, die jedes Jahr von Januar bis Mai weltweit produziert werden. (Quelle: Food and Agricultural Organiziation)

Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung

Im Bereich Ernährung gibt es also ein riesiges Einsparpotenzial zugunsten der Umwelt. Wer Lebensmittel bewusster konsumiert, schützt auch das Klima! Deshalb hat die Bundesregierung 2019 eine Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung beschlossen. Das große Ziel: Der Lebensmittelabfall soll bis 2030 in ganz Deutschland halbiert werden. Auch „Containern“ oder „Mülltauchen“ könnte in Deutschland bald erlaubt sein. Damit ist die Mitnahme von Lebensmitteln aus Abfallcontainern gemeint. Häufig entsorgen Supermärkte Lebensmittel, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder Obst und Gemüse Druckstellen aufweisen. Dabei ist es meist sogar noch genießbar. Leider lässt es sich damit aber weniger gut verkaufen.

Lebensmittelspenden sollen erleichtert werden

Bislang ist das sogenannte „Containern“ in Deutschland strafbar – sofern ein Supermarkt nicht eine ausdrückliche Erlaubnis erteilt. In Frankreich hingegen ist es genau andersherum: Supermärkte, die brauchbare Lebensmittel wegwerfen, müssen mit satten Geldstrafen rechnen. So werden Lebensmittelgeschäfte in die Pflicht genommen, sich um den verantwortungsbewussten Verbleib von Nahrungsmitteln zu kümmern. In Bremerhaven wäre das zum Beispiel eine Weitergabe an gemeinnützige Organisationen wie die Bremerhavener Tafel oder an die lokale Foodsharing-Gruppe. Und wenn der Salatkopf tatsächlich schimmelt, lässt er sich immerhin noch zu Hause kompostieren – auch ohne Garten.

Lebensmittelverschwendung zu Hause ganz einfach stoppen

Tatsache ist, dass die eigentlichen Müllproduzenten private Haushalte sind: Über 52 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel stammen von Privatpersonen. Das sind rund 85 Kilogramm pro Kopf im Jahr.  Mit unseren folgenden Tipps können Sie zum Lebensmittelretter werden und damit auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

7 Tipps, mit denen Sie Lebensmittelverschwendung vermeiden

  1. Wochenplanung überlegen: Kaufen Sie nicht kopflos und schon gar nicht hungrig ein. Am besten, Sie überlegen sich gleich für mehrere Tage, was auf dem Speiseplan stehen soll. So wird nur das gekauft, was auch gebraucht wird.
  2. Einkaufsliste machen: Lieber aufschreiben als merken! Mittlerweile gibt es praktische Apps, mit denen sie Ihre persönliche Einkaufsliste auch digital erstellen können. Diese ist sogar mit Familienmitgliedern teilbar.
  3. Richtige Lagerung: Manche Lebensmittel mögen es schattig, manche kühl, manche auch hängend – zum Beispiel Bananen. Wer Obst, Gemüse und Co. richtig aufbewahrt, hat länger was davon. Eine Übersicht zur richtigen Lebensmittellagerung stellt das Bundeszentrum für Ernährung zur Verfügung.
  4. Reste clever verwerten: Ob Sie aus alten Brötchen einen Brotsalat zaubern oder in einem ausgekratzten Senfglas ein leckeres Salatdressing mixen – es gibt zahlreiche Möglichkeiten Lebensmittelreste sinnvoll und schmackhaft zu verwerten. Experimentieren Sie einfach mal! Die feine Bude-Redaktion kann Ihnen „Das Nichts wegwerfen Kochbuch“ empfehlen oder die Beste Reste-App „Zu gut für die Tonne“, initiiert von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
  5. Einmachen, einfrieren und fermentieren: Zu viele Tomaten gekauft? Dann kochen Sie einfach Tomatensoße ein. Die Kräuter auf der Fensterbank sehen langsam traurig aus? Frieren Sie die Kräuter kleingehackt im Eiswürfelbehälter mit Wasser ein. Damit haben Sie mehr auf Vorrat und sparen sogar noch Geld.
  6. MHD heißt nicht „tödlich ab“: Das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt lediglich an, bis wann der Hersteller einen einwandfreien Geschmack des Produkts (bei richtiger Lagerung) garantiert. In der Regel ist der Verzehr auch noch Tage danach unbedenklich. Verlassen Sie sich auf Ihren Geruchs- und Geschmackssinn und auf Ihre Augen.
  7. Krumm ist nicht schlechter: Denn eine verbogene Gurke schmeckt genauso gut wie eine gerade genormte. Vielleicht sogar besser. Probieren Sie es aus und haben Sie auch mal ein Herz für weniger formschönes Obst und Gemüse. 

„Zu gut für die Tonne“ – Werden Sie Teil eines großen Forschungsprojekts! 

Ein Forschungsprojekt für die ganze Familie: Das Citizen Science Projekt findet im Rahmen der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“ statt und wird von Wissenschaftlerinnen der TU Berlin, des Ecologic Institut und Slow Food Deutschland durchgeführt. Dabei führen Sie eine Woche lang ein Küchentagebuch und halten fest, was bei Ihnen an Lebensmitteln in die Mülltonne wandert. Die Datenerhebung ist selbstverständlich anonym. Bis zum 21. September können Sie sich noch anmelden. Unter allen Teilnehmenden werden tolle Preise wie ein Kochkurs auf Sylt verlost.

Wir wünschen viel Spaß beim Lebensmittelretten!


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