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Neue Regelung ab 2025

Das müssen Sie zur Grundsteuer-Reform wissen 

Alle Hausbesitzer in Deutschland erhalten im Sommer 2022 Post vom Finanzamt. Denn die Grundsteuer wird reformiert. Dafür benötigen die Behörden Informationen zu rund 36 Millionen Grundstücken. Welche Daten Sie angeben müssen, ob jetzt höhere Kosten auf Sie zukommen und warum die Grundsteuer überhaupt reformiert wird, lesen Sie hier. 

Was ist die Grundsteuer? 

Die Grundsteuer ist in Deutschland in zwei Gruppen eingeteilt. Grundsteuer A zahlen die Besitzer von landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Sie ist in aller Regel deutlich geringer als die Grundsteuer B. Diese entfällt auf alle bebaubaren Grundstücke. Neben der Gewerbesteuer ist die Grundsteuer die wichtigste Einnahmequelle für Kommunen. Das Bundesverfassungsgericht hat die Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer B im Jahr 2018 für verfassungswidrig erklärt. 

Warum gibt es eine Reform? 

Einerseits floss bisher die Lage des Grundstücks nicht in die Berechnung ein. Deshalb mussten Eigentümer von Immobilien mit unterschiedlichem Wert trotzdem gleich viel Grundsteuer zahlen. Außerdem ist die Grundlage für die Berechnung komplett veraltet. Sie bezieht sich in Westdeutschland auf Grundstückswerte aus dem Jahr 1964, im Osten sogar von 1935. Deshalb erhält sie jetzt eine Reform. 

Post vom Finanzamt 

Ab 1. Januar 2025 wird die neue Grundsteuer bezahlt. Laut Bundesfinanzministerium soll sie „unbürokratisch, fair und verfassungsfest“ ausfallen. Zur Errechnung der neuen Steuersätze erhalten derzeit alle Eigentümer in Deutschland Post vom Finanzamt. Sie sind gesetzlich verpflichtet, bis zum 31. Oktober 2022 elektronisch Angaben zu ihrem Besitz an das Amt zu übermitteln. 

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Diese Fakten müssen Sie angeben 

  • Wo liegt das Wohngrundstück? 
  • Wie groß ist es? 
  • Welche Gebäude stehen darauf? 
  • Wie viel Wohnfläche haben sie? 
  • Wann sind sie gebaut worden? 
  • Wie hoch ist der Bodenrichtwert? 
  • Wer ist (Mit-)Eigentümer? 

Wo finde ich diese Informationen? 

Informationen zu Fläche und Baujahr sollten sich in Bauplänen und anderen Unterlagen zum Haus schnell finden lassen. Weitere Angaben wie die Nummer des Flurstücks oder der Bodenrichtwert lassen sich unkompliziert im Internet feststellen. Für das Bundesland Bremen zum Beispiel auf dem Geoportal Bremen und für Niedersachsen im Grundsteuer-Viewer

Wie gebe ich diese Informationen weiter? 

Einreichen können Sie die geforderten Informationen nach Erhalt der entsprechenden Aufforderung durch das Finanzamt nur elektronisch. Und zwar mit derselben Plattform, auf der Sie auch Einkommenssteuer-Erklärungen an das Amt geben: Elster. Falls Sie dort noch nicht angemeldet sind, sollten Sie beachten, dass das bis zu zwei Wochen dauern kann. 

Weitere Möglichkeiten 

Einwohner des Bundeslandes Bremen können dafür aber auch eine extra für die Grundsteuer-Reform vom Finanzamt angelegte Plattform nutzen:  

https://www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de/

Da die Grundsteuer in Niedersachsen anders berechnet wird als in Bremen, gibt es dafür eine eigene Seite:  

https://www.elster.de/eportal/formulare-leistungen/alleformulare/grundsteuerni

Es gelten jeweils die Werte vom 1. Januar 2022. Abgegeben sein müssen die Erklärungen bis 31. Oktober 2022. Das Finanzamt berechnet dann den neuen Satz, der ab 1. Januar 2025 gilt. 

Muss ich ab 2025 mehr Grundsteuer zahlen? 

Städte und Gemeinden sollen laut Bundesfinanzministerium ihren Steuersatz so anpassen, dass sich für die einzelnen Eigentümer möglichst wenig ändert. Trotzdem können durchaus Unterschiede entstehen. In Wohngebieten, die seit 1964 einen Aufschwung erlebt haben, könnte die Steuer steigen. Andersherum aber sinken, wenn die Nachbarschaft weniger begehrt ist. 

Grundsteuer in Bremen vergleichsweise hoch 

Das Bundesland Bremen lag bisher bei der Grundsteuer deutlich über dem Durchschnitt. Rund 568 Euro müssen Eigentümer laut dem Grundsteuerranking von Haus & Grund 2021 dafür zahlen. Teurer ist es demnach nur noch in Berlin mit 686 Euro. Niedersachsen hingegen liegt mit 442 Euro im unteren Mittelfeld der Bundesländer. 

Bremerhaven im oberen Viertel 

In Bremerhaven sind die Kosten ebenfalls vergleichsweise hoch, aber niedriger als in Bremen. Mit 546 Euro Grundsteuer liegt die Seestadt im Ranking von Haus & Grund auf Platz 77 der 100 größten deutschen Städte. Dabei hat Witten/Westfalen auf Platz 100 die höchste Grundsteuer mit 771 Euro, Gütersloh mit 323 auf Platz 1 die niedrigste. Dass die Steuer in Bremerhaven nach der Reform deutlich sinkt, ist aber eher unwahrscheinlich. Die Kommune ist stark auf die Einnahmen angewiesen, um Straßen, Schulen und ähnliche Infrastruktur zu finanzieren. 


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