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Feine Bude / DIY
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Alternativen zum Komposthaufen – kompostieren ohne garten

Mülltrennung im Haushalt macht durch aus Sinn. Denn Recycling schont wertvolle Ressourcen und vermeidet klimaschädliche Treibhausgase. Auch Biomüll wird am besten vom Restmüll getrennt gesammelt und wiederverwertet. Doch in Deutschland ist die Entsorgung von Biomüll von Kommune zu Kommune anders geregelt ­– was die Sache ziemlich kompliziert macht. Wir versuchen Licht ins Dunkle der Mülltonne zu bringen! Lesen Sie jetzt, wie Sie Garten- und Gemüsereste umweltfreundlich entsorgen, selbst ohne eigene Biotonne. Es gibt sogar Alternativen zum Komposthaufen, wenn kein eigener Garten vorhanden ist!

Was wird aus Biomüll gemacht?

Eigentlich sind deutsche Städte und Gemeinden seit 2015 per Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet, allen Bürgern ein System zur separaten Sammlung von Bioabfällen bereitzustellen. Meist in Form einer braunen Tonne, die 14-tägig von den lokalen Entsorgungsbetrieben abgeholt wird. Doch wie der Biomüll weitergenutzt wird und was die Aufgaben des Verbrauchers sind, das kann jede Kommune selbst regeln. Manche Kommunen nutzen Grünabfälle zur Herstellung von torffreien Kompost- und Erdenprodukten. In anderen Regionen erzeugt die Verwertung von Lebensmittelresten Biogas. Diese Energiequelle gilt als besonders umweltfreundlich. Und manche Kommunen verfolgen ein komplett anderes Abfallwirtschaftskonzept.

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Bremerhaven bietet keine Biotonnen an, das Cuxland schon

Bremerhaven beispielsweise stellt seinen Bewohnern Papier- und Wertstofftonnen zum Recycling zur Verfügung, aber keine braunen Biotonnen. Die Bürger sind hingegen aufgefordert, ihre Küchen- und Gartenabfälle nach Möglichkeit auf einem heimischen Komposthaufen zu entsorgen. Das spart Transport und aufwändige Logistik, so die Argumentation. Im Cuxland geht beides: Biotonne und Kompost. Eine Biotonne kann in Cuxhaven kostenlos per Formular bestellt werden. Und wie wird ein guter Komposthaufen richtig angelegt? Auch für die Kompostherstellung hat der Landkreis Cuxhaven online nützliche Tipps parat. 

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie im Garten kompostieren:

– Der Kompostplatz sollte schattig sein, damit die Abfälle nicht stinken im Sommer

– Unbedingt auf Rasenfläche oder Erde aufstellen – der Untergrund darf nicht versiegelt sein

– Unterste Schicht Erde auflockern, darauf Gehölz und Äste aufhäufen. Dann Laub und Küchenabfälle darüber schichten. Rasenschnitt nur einstreuen oder untermischen

– Kompost feuchthalten, aber nicht zu nass – Kleinstlebewesen mögen Feuchtigkeit, aber zur Zersetzung benötigt die Rotte Luft

– Keine gekochten Essensreste und Fleischreste auf den Komposthaufen! Sonst haben Sie Ratten und Ungeziefer im Garten

Merke: Ein schlecht belüfteter Kompost stinkt. Ein gesunder Komposthaufen riecht nach frischer Walderde. 

Alternativen zum Komposthaufen: Wurmkiste in der Wohnung

Doch nicht jeder hat einen eigenen Garten oder eine Parzelle, wo er Blumenreste, Eierschalen und Schnippelabfälle aus der Küche entsorgen kann. Eine bewährte Alternative zum Komposthaufen ist die Wurmkiste. Sie kann auf dem Balkon, im Keller oder auch in der Küche untergebracht werden, zum Beispiel als Sitzbank. Keine Angst! Die Würmchen bleiben in der Kiste und tun dort ihren Dienst: Sie zersetzen die Bioabfälle zu wertvollem Humus. 

Wurmkiste ganz einfach selber bauen

Schon nach wenigen Wochen können Sie den nährstoffreichen Kompost nutzen, um beispielsweise die Erde in Ihren Balkonkästen anzureichern. So wachsen Gemüse, Kräuter und Blumen besser. Eine einfache Bauanleitung für eine Do-it-yourself-Wurmkiste gibt es vom NABU. Zum Start benötigen Sie etwa 500 Würmer (Eisenia foetida). Bitten Sie dazu befreundete Hobbygärtner um eine „Wurmspende“ aus ihrem eigenen Komposthaufen oder aber geben Sie eine Bestellung im Fachhandel auf.

weitere Alternativen zum Komposthaufen: Fermentieren per Bokashi

500 Mitbewohner sind Ihnen zu viel Verantwortung? Dann können wir Ihnen alternativ noch den Bokashi ans Herz legen zur ökologischen Biomüll-Verwertung zu Hause. Ursprünglich kommt diese Form des Kompostierens aus Japan. Hierbei handelt es sich um einen Kompost-Eimer, mit dem Sie Ihren Küchenabfall fermentieren. Dazu werden den klein geschnittenen Bioabfällen Effektive Mikroorganismen (EM) zugesetzt. Anders als beim Kompost ist der Zersetzungsprozess beim Bokashi anaerob: Sauerstoffzufuhr stört die Fermentation. Der Eimer muss luftdicht verschlossen sein. 

Flüssiger Dünger aus dem Bokashi

Besonders vorteilhaft am Bokashi ist, dass selbst kleine Mengen Fleisch- und Fischreste darin entsorgt werden können. Es dauert nur etwas länger und kann ein kleines Bisschen müffeln. Das Endresultat ist beim Bokashi kein Humus, sondern ein flüssiger Dünger, der einfach aus dem Behälter abgezapft wird. Wer besonders viele Küchenreste zu verwerten hat, der schafft sich zwei Bokashis an und wechselt regelmäßig. Die Gesellschaft zur Förderung regenerativer Mikroorganismen (EM e.V.) stellt online eine kostenlose Bauanleitung für Bokashis zur Verfügung.

Bitte kein Plastik in Biotonne oder Kompost!

Gefallen Ihnen unsere Alternativen zum Komposthaufen? Wie Sie sich auch entscheiden, eine Sache möchten wir Ihnen ganz dringend zum Abschluss ans Herz legen: Werfen Sie keine Plastiktüten in die Biotonne oder auf den Komposthaufen. Auch nicht, wenn die Tüten angeblich kompostierbar sein sollen, meist enthalten Sie doch anteilig Rohöl. Oder sie zersetzen sich erst bei extremer Hitze, die nicht auf dem Kompost existiert. Nehmen Sie lieber Papiertüten, Zeitungspapier (in Maßen) oder Recycling-Küchenpapier, um Gemüsereste einzuwickeln. Das belastet weder Boden noch Mikroorganismen und blockiert auch keine Sortieranlage. Generell gehört das hier auf keinen Fall in die Biotonne: Zigarettenstummel und Asche, Katzenstreu und Exkremente, lackiertes Holz, Kunststoffe, Hygieneartikel. Im Zweifelsfall entsorgen Sie Ihren Müll lieber über die Restmülltonne


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